„Haiii, Hallooo Mamapapa.“ Lille ist wach. Sie steht im Bett. Ich will sie rausheben. Transformer-Lille verwandelt sich in einen Wurm. Arme hoch, keine Angriffsfläche. Sie lässt sich fallen. Haha, sehr witzig. Wickeln ist uncool. Wir lenken mit Sternenprojektor oder sonstigem greifbarem Spielzeug ab. Eltern-Heul-Momente: Keine Feuchttücher, die Windeln sind alle, Nachschub im Schrank hinter mir. Also, Lille auf den Arm, Sachen holen. Ich muss unbedingt umräumen. Heute, morgen oder so. Also, ganz dringend. Ich weiß, morgen stehe ich wieder hier und denke: Muss ich dringend unbedingt ganz bald umräumen.
Lille läuft zum Kühlschrank, Hand auf der Tür zum Eisfach. „Eissss, Eisss“. „Nein, kein Eis zum Frühstück. Erstmal Brot.“ Mit „Brrr“ ist sie offenbar einverstanden. Dann geht es los: „Billarbillaaaar?“ Gemeint ist die Lieblingssendung (JoNaLu) oder Fernsehen allgemein oder ihre Lieblingsmusik (Musik von JoNaLu). Wir hören diesen Wunsch am Tag 5,67 Millionen Mal. Das hat uns drei bereits zur folgenden unpädagogischen Aussage verleitet: „BillarBillar sind tot.“ 🙈 Lilles nüchterne Antwort: „Ja. (Pause) BillarBillar?“ 😩🤣 📺 📻 „Alle. Mal?“ Lilles Knabberschale ist leer. Ich fülle sie auf. „Alle. Mal?“ Pfiffig, sie hat sich eine weitere Schale aus dem Schrank geholt. Verwunderlich, dass die leer ist. 🤣 „Alle. Mal?“ Lille gibt mir die volle (!) Trinkflasche zurück. Heute kein Saft drin, nur Wasser. Für Lille also „Alle“. Annahme verweigert. Ich liege auf dem Boden vor Lachen. Die ist so schlau.
Bis zum Abend ist Lilles (angebliche) Schüssel noch 425 Mal „Alle“, sie fragt 756 Mal nach „Eissssss“. Außerdem haben ihre Kuscheltiere 334 Mal „Aua“ und wir müssen sie genauso oft trösten. Ich hole sie 25 Mal von der Treppe und hoffe, dass wir bald den Schlüssel für die Wohnraumtür finden. Das Wichtigste aber ist: Wir haben drei Trilliarden mal mit ihr gelacht, sie hat uns fünf Billionen Mal geküsst und gedrückt. Und ich werde mich nie niemals daran satt sehen, wie Lille und ihr Bruder kuscheln, spielen und Quatsch machen. ❤️⭐️
